Kurze Verwirrung beim Überfliegen der Schlagzeilen:
Aldi-Gründer Theo Albrecht ist tot
und dann
Jetzt 21 Tote durch Loveparade-Katastrophe
Hat sich geklärt...
Aldi-Gründer Theo Albrecht ist tot
und dann
Jetzt 21 Tote durch Loveparade-Katastrophe
Hat sich geklärt...
Morgens um 7 in der Charité, fahrradbehelmte Zivis und Ärzte setzen den Kontrapunkt zum traurigen Defilee der Neupatienten. Aufnahmerituale, Warteräume, professionelle Freundlichkeit, Toiletten mit Rauchverbotsschildern, die wie deutlich zu riechen ist, eher Zeugen eines semantischen Mißverständnisses sind. Vom Aufenthaltsraum der Station xy ein beeindruckender Blick über Berlin, und in einer Nische eine Taube im Nest, aufgeplustert, brütend.
Eine Umarmung, viel Glück, Verabredung fürs Kino, danach. Als ich in den 147er einsteige, streift mich die schließende Tür. Der Fahrer entschuldigt sich dafür, was mich sehr irritiert.
Eine Umarmung, viel Glück, Verabredung fürs Kino, danach. Als ich in den 147er einsteige, streift mich die schließende Tür. Der Fahrer entschuldigt sich dafür, was mich sehr irritiert.
Seit 2 Wochen schleppe ich einen Rattenschwanz an noch zu lesenden Beiträgen aus der internationalen Presse mit mir rum, den ich nur sehr zögerlich abzubauen in der Lage scheine. Zwischendurch immer wieder verführt, die Bookmarks zu löschen und einfach drauf zu scheißen. Und dann kommt das Pflichtgefühl durch: Wie soll mein Leben noch weitergehen, wenn ich nicht alles über die Wahlen in Großbritannien weiß, die Argumente der Zeitumstellungsgegner ausführlich ventiliert, die Kritiken zum Phantom-der-Oper-Sequel nach Witzen über Webbers Ego/Unfähigkeit/Körperbau durchgesehen, den Antagonismus zwischen queer und feministisch durchdrungen und nicht zuletzt mich am Material zu Helmut Kohls Geburtstag erfreut habe? Nicht unerwähnt bleiben soll mein Versuch, die Namen und Funktionen aller Absturzopfer von Smolensk auswendig zu lernen, damit ich sie auf längeren U-Bahnfahrten mithilfe mathematisch fundierter, aber auch freier Assoziation, durcheinanderwirbeln kann, um auf diese Weise die geheime Botschaft des Ordens de
Auf einer schier endlos erscheinenden Autofahrt von G. alles was ich nicht über den Grand Prix lernen wollte gelernt. Ein Gruselkabinett, die Beiträge in diesem Jahr. Und das waren nur 23, die zweite CD hatte G. zum Glück vergessen. Andererseits, wie viel schlimmer als die armenischen, französischen und isländischen Musikimitationen hätte es denn noch werden können?
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Die Feststellung, dass die meisten Menschen mit wenigstens irgendwas aus Stoff angetan, einfach besser aussehen als komplett entkleidet, drängt sich noch in jeder Saunalandschaft auf.
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Männer in Lederjacken an Bushaltestellen wirken immer deplatziert.
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Der finnische Beitrag gefällt mir ganz gut. Kein bumbumschlagertechnoides Retortengesäusel, sondern sympathisch folkloristisch.
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Die Feststellung, dass die meisten Menschen mit wenigstens irgendwas aus Stoff angetan, einfach besser aussehen als komplett entkleidet, drängt sich noch in jeder Saunalandschaft auf.
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Männer in Lederjacken an Bushaltestellen wirken immer deplatziert.
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Der finnische Beitrag gefällt mir ganz gut. Kein bumbumschlagertechnoides Retortengesäusel, sondern sympathisch folkloristisch.
Ein Nachtrag zum Kormoran (aka "Die schwarze Pest").
Im Gespräch mit dem mir flüchtig bekannten Fischwirtschaftler V. erläuterte der, dass die von den Anglerverbänden anlässlich der Ehrung des Vogels veröffentlichten Kormorankochrezepte eher nicht empfehlenswert seien. Fischfressende Vögel hätten insgesamt wenig schmackhaftes Fleisch. Außerdem brachte er das beste Argument, nicht direkt für den Kormoran, aber immerhin gegen die "Angler und Berufsfischer": Naja, die sollen mal halblang machen. Die Meere und so ziemlich jeder bewirtschaftete See auf der Welt zeigen Fischmangel, nicht wahr. Nun kann man zwar nicht den Kormoran, sehr wohl aber "Angler und Berufsfischer" an jedem dieser Fischgründe beobachten.
Dann ließ V. sich von Morris die Autoschlüssel geben, klemmte die familiengroßeinkaufstaugliche Plasteklappkiste unter den Arm und verließ uns Richtung Bibliothek, um dort Bücher abzuholen.
Im Gespräch mit dem mir flüchtig bekannten Fischwirtschaftler V. erläuterte der, dass die von den Anglerverbänden anlässlich der Ehrung des Vogels veröffentlichten Kormorankochrezepte eher nicht empfehlenswert seien. Fischfressende Vögel hätten insgesamt wenig schmackhaftes Fleisch. Außerdem brachte er das beste Argument, nicht direkt für den Kormoran, aber immerhin gegen die "Angler und Berufsfischer": Naja, die sollen mal halblang machen. Die Meere und so ziemlich jeder bewirtschaftete See auf der Welt zeigen Fischmangel, nicht wahr. Nun kann man zwar nicht den Kormoran, sehr wohl aber "Angler und Berufsfischer" an jedem dieser Fischgründe beobachten.
Dann ließ V. sich von Morris die Autoschlüssel geben, klemmte die familiengroßeinkaufstaugliche Plasteklappkiste unter den Arm und verließ uns Richtung Bibliothek, um dort Bücher abzuholen.
In den Kommentarspalten einer Zeitung fragte sich jemand in Sachen mitreisenden Eventmanagers, ob es denn überhaupt geschäftsfördernd sein könne, mit ausgerechnet diesem Außenminister gesehen zu werden. Das fand ich ganz witzig.
Es ist natürlich schon vorgekommen, dass ich für älter gehalten wurde, als ich tatsächlich war. Deutlich älter sogar - das ist ja auch eine Frage der Tagesform.
Als ich heute aber mit Helmut Höge (gegen den ich ansonsten nichts gesagt haben will) verwechselt wurde, hat mich das dann aber doch umgehauen.
Als ich heute aber mit Helmut Höge (gegen den ich ansonsten nichts gesagt haben will) verwechselt wurde, hat mich das dann aber doch umgehauen.
Falls X. sich wundert, warum ich nach der Iran-Lesung so unhöflich und gar nicht erfreut darauf reagierte, ihn nach 5/6 Jahren wiederzusehen, sagen Sie ihm doch bitte, dass er das nächste Mal geborgte Bücher in angemessener Zeit (alternativ etwas niedrigschwelliger: überhaupt) zurückgeben soll. Meine Abscheu ist rechtschaffen, mein Herz ist rein.
Ich will alles, ich will alles und zwar sofort
Manchmal fragen Sie, liebe Leserin, lieber Leser, sich vielleicht: "Was macht der so den lieben langen Tag? Wovon lebt der eigentlich?" Fast schamesrot, schamesrosa vielleicht, bekenne ich: Lohnarbeit. Tatsächlich beschämt gestehe ich außerdem, dass mir diese Arbeit bisweilen Freude macht. Ich möchte Ihnen ein Beispiel geben, warum das so ist.
Stellen Sie sich ein Bild vor, etwa eine halbe Zeitungsseite breit, ein Bündel Bananen darauf.
Schnipp:
Warum so gern solch Schnulzen wie "Wind of Change" oder Retortenschlager wie "Looking for Freedom" als Soundtrack für den Verwaltungsakt der Zusammenführung beider deutscher Teilstaaten verwendet werden, ist selbsterklärend. Der sentimentale Irrglaube, die ehemaligen DDR-BürgerInnen hätten sich nichts sehnlicher gewünscht als die Teilnahme an freien und geheimen Wahlen, das dazugehörige Wirtschaftssystem aber nur so nebenbei mitgenommen, will ja irgendwie am Leben gehalten werden. Zu oft werden die unglaublichen Schlangen vor den Toren der, aufgemerkt, Banken und Sparkassen in der Nacht vom 30. Juni zum 1. Juli 1990 vergessen. Währungsunion! Da war die Situation schon weitgehend unter Kontrolle, da wurde nicht einfach durchgewunken, Westgeld gab es nur gegen Bankkarte bei angemessenem Kontostand. Nebenstehende Bebilderung ist natürlich eine grobe Verkürzung. Auch Autos, Möbel und Videorekorder gehörten zu den angestrebten Glückgütern. Das alles ist nicht verwerflich, nur eben unbefriedigend vertont. Deshalb soll Gitte Haenning, die immerhin eine anständige Musikerin ist (und das trotz ihrer Duette mit dem viel zu früh verblichenen Rex Gildo), die Bardin der Wende sein. Ihr wunderbares "Ich will alles" möge zu den Bildern der Mauereröffnung erschallen, das kongeniale Cover "Lampenfieber" zu jedem beliebigen Politikerauftritt jener Zeit, "Freu dich bloß nicht zu früh"... aber das ist natürlich selbsterklärend.
Gitte Haenning und Band: 11. November, 20 Uhr, Tipi am Kanzleramt, Große Querallee, ab 24 Euro
Schnipp
Ja, so ist das.
Stellen Sie sich ein Bild vor, etwa eine halbe Zeitungsseite breit, ein Bündel Bananen darauf.
Schnipp:
Warum so gern solch Schnulzen wie "Wind of Change" oder Retortenschlager wie "Looking for Freedom" als Soundtrack für den Verwaltungsakt der Zusammenführung beider deutscher Teilstaaten verwendet werden, ist selbsterklärend. Der sentimentale Irrglaube, die ehemaligen DDR-BürgerInnen hätten sich nichts sehnlicher gewünscht als die Teilnahme an freien und geheimen Wahlen, das dazugehörige Wirtschaftssystem aber nur so nebenbei mitgenommen, will ja irgendwie am Leben gehalten werden. Zu oft werden die unglaublichen Schlangen vor den Toren der, aufgemerkt, Banken und Sparkassen in der Nacht vom 30. Juni zum 1. Juli 1990 vergessen. Währungsunion! Da war die Situation schon weitgehend unter Kontrolle, da wurde nicht einfach durchgewunken, Westgeld gab es nur gegen Bankkarte bei angemessenem Kontostand. Nebenstehende Bebilderung ist natürlich eine grobe Verkürzung. Auch Autos, Möbel und Videorekorder gehörten zu den angestrebten Glückgütern. Das alles ist nicht verwerflich, nur eben unbefriedigend vertont. Deshalb soll Gitte Haenning, die immerhin eine anständige Musikerin ist (und das trotz ihrer Duette mit dem viel zu früh verblichenen Rex Gildo), die Bardin der Wende sein. Ihr wunderbares "Ich will alles" möge zu den Bildern der Mauereröffnung erschallen, das kongeniale Cover "Lampenfieber" zu jedem beliebigen Politikerauftritt jener Zeit, "Freu dich bloß nicht zu früh"... aber das ist natürlich selbsterklärend.
Gitte Haenning und Band: 11. November, 20 Uhr, Tipi am Kanzleramt, Große Querallee, ab 24 Euro
Schnipp
Ja, so ist das.
You're not much of a small talker, even for german standards, are you...
Das Problem mit Kümmelbrot ist doch, dass man da keinen Honig drauftun kann.
Einzelne Browserfenster unabsichtlich schließen und dann nicht wieder öffnen, sondern einfach was anderes gugln - ein Hinweis darauf, dass man auch was anderes tun könnte.
Mann kann ja nicht immer nur Foucault lesen, da so im Café, also leichte Kost gegriffen, den Freitag, diese politisch ambitionierte Urania, den Zeigefinger immer belehrend erhoben, dabei aber sanftmütig und vor allem: objektiv. Nach einigen Seiten gediegener Langeweile ein Beitrag, der mich tatsächlich richtig interessiert. Und was muss ich feststellen? Ausgerechnet der war eine Übernahme vom Guardian.
Was in gewisser Weise alles wieder ins rechte Licht rückt.
Und weiter im Text: Wissen und Macht. Geständnis als Fetisch. Na sie wissen schon. Es folgt der Abendausklang am Mehringdamm. Replay.
Was in gewisser Weise alles wieder ins rechte Licht rückt.
Und weiter im Text: Wissen und Macht. Geständnis als Fetisch. Na sie wissen schon. Es folgt der Abendausklang am Mehringdamm. Replay.
Bildzeitung
Flüchtiger Blick auf die gestrige Ausgabe des Flaggschiffs freier deutschsprachiger Publizistik. Glaubte die Überschrift Berlins Diskursriese gelesen zu haben.
Gestutz. Nochmal drauf geschaut. Diskusriese.
Welt wieder in Ordnung.
Gestutz. Nochmal drauf geschaut. Diskusriese.
Welt wieder in Ordnung.
Apropos
Erst vor zwei Wochen mal wieder den "Tarzan am Prenzlauer Berg" antiquarisch erworbenen. Wenn ich die ganzen Exemplare, die ich verborgt und bislang nicht wieder bekommen habe, doch irgendwann mal...
silbenverschlingender Auskoster jedweden Widersinns nennt die Zeit den Verstorbenen und irgendwie find ich das blöde, aber vielleicht auch nur, weil ich grad was anderes echt Beklopptes gelesen habe, was die mal vor Jahren gedruckt haben.
Na egal.
[Edit: Konrad kurz zu seinem Vater]
silbenverschlingender Auskoster jedweden Widersinns nennt die Zeit den Verstorbenen und irgendwie find ich das blöde, aber vielleicht auch nur, weil ich grad was anderes echt Beklopptes gelesen habe, was die mal vor Jahren gedruckt haben.
Na egal.
[Edit: Konrad kurz zu seinem Vater]

